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Geschichte des Snus

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  • 1700–1800: Alle sind wir Tabakpflanzer
  • 1800–1900: Unter Snus-Fabrikanten
  • 1900–1950: Bildung des Tabakmonopols
  • 1950–2000: Ambitionen in einem freien Markt
  • Seit 2000: Mehr als 200 Jahre Handwerkstradition

1700–1800: Alle sind wir Tabakpflanzer

1724 wird die schwedische Bevölkerung vom schwedischen König Friedrich höchstpersönlich aufgefordert, Tabak anzubauen. Tabak wird als Rohstoff angesehen, der für die schwedische Gesellschaft unentbehrlich ist. Die Menschen in Schweden hatten zwar bereits im 17. Jahrhundert Tabak angepflanzt, nun aber beginnt ein wahrer Boom. Das Ziel des Herrschers ist hochgesteckt – das Land soll innerhalb von vier Jahren bei der Versorgung mit Tabak autark werden.

Auch wenn Schweden das Ziel der Selbstversorgung nicht gänzlich erreicht, so ist man immerhin auf einem guten Weg. Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es in 72 schwedischen und zwölf finnischen Orten Pflanzungen. Ende desselben Jahrhunderts stammt die Hälfte des gewerblich genutzten Tabaks aus einheimischem Anbau. Tabak zu pflanzen ist von Beginn an eine Arbeit für Frauen. Das Wissen darüber wird von den Müttern an die Töchter weitergegeben, und Jahr für Jahr kommen viele Saisonarbeiterinnen auf die Tabakfelder. 1964 wird der gewerbliche Tabakanbau eingestellt, die Konkurrenz des globalen Tabakimportes ist zu hart. Eine der letzten Pflanzerinnen war „Mutter“ Alida; von ihren Tabakpflanzen sind heute einige Exemplare im Snus- und Zündholzmuseum im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen zu bestaunen.

1800–1900: Unter Snus-Fabrikanten

Im 19. Jahrhundert wird Snus zu einem Genuss breiter Bevölkerungsschichten. Im vorangegangenen Jahrhundert war Snus ein trockenes Vergnügen, er wurde „gesnieft“ und war meist im Adel üblich. Nun aber ändert sich die Erscheinungsform zu einer feuchten Mischung, die man zu Portionen formt und im Mund verwendet. Damit verschob sich auch der soziale Zusammenhang vollkommen: Snus wurde zu einem Genussmittel von Männern aus der Arbeiterklasse.

Ebenfalls im 19. Jahrhundert wird die Produktion von Snus für viele Tabakhersteller zu einer rentablen Geschäftsidee. Er lässt sich günstig fertigen, und die Nachfrage steigt stetig an. Kontinuierlich erscheinen neue Snus-Marken auf dem Markt, von denen einige wenige bis in unsere heutige Zeit überlebt haben. Die Tabakfabrik eines Jacob Fredrik Ljunglöf bringt 1822 „Ljunglöfs Ettan“ heraus, eine Marke, die in der damaligen Zeit mehr oder weniger zum Inbegriff von Snus wurde. Mit einem Rezept, das mit viel Heimlichtuerei umsponnen wird, findet Ljunglöfs Ettan einen besonderen Platz in den Herzen der Schweden. Ein anderes Beispiel ist die 1861 gegründete Tabakfabrik J A Boman & Co, die wohl immer mit der Marke General verbunden bleiben wird. Der Gründer des Unternehmens, Johan Adolf Boman, hatte schon früh die Vision, den besten Snus überhaupt herstellen zu wollen. Als General 1866 auf dem Markt erschien, hatte er sein Ziel erreicht: eine Mischung aus 22 Sorten Tabak, denen ein Tropfen Bergamottöl zugesetzt wird. Heutzutage, also 150 Jahre später, ist General weiterhin erhältlich, und zwar sowohl in Schweden als auch in anderen Ländern.

1900–1950: Bildung des Tabakmonopols

Anfang des 20. Jahrhundert musste der schwedische Staat zwei große und teure Vorhaben finanzieren: die Aufrüstung des Militärs in einer unruhigen Zeit und die erste Form einer Rentenversicherung. Um das Geld zusammenzubekommen, entschied man, die Tabakherstellung zu verstaatlichen und zu monopolisieren. 1915 wurde nach 14-jähriger Diskussion, zahlreichen Untersuchungen und vielen Debatten die „AB Svenska Tobaksmonopolet“ gebildet.

Die erste Aufgabe des Tabaksmonopols war, etwa 65 konkurrierende Snus-Unternehmen zu übernehmen und damit ein enormes Sortiment an Snus. 103 Marken, darunter auch Ettan und General, standen in der ersten Preisliste von 1915 sowie eine endlose Anzahl an Verpackungen. Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg sollten eine große Bedeutung für das Tabakmonopol erhalten. Nach Rohstoffmangel und Rationierungen im Ersten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach allen Arten von Tabakprodukten nach Kriegsende stark an, und 1919 erreichte der schwedische Snus-Konsum seinen absoluten Höhepunkt. Der Verbrauch betrug 7000 t Snus, eine Menge, die etwa dem Verbrauch von heute entspricht. Allerdings hatte Schweden damals eine Bevölkerung von nur sechs Millionen Menschen, der Verbrauch betrug also 1,2 kg pro Jahr und Person. In den Folgejahren verlor Snus zugunsten anderer Tabakprodukte an Popularität. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem amerikanische Zigaretten immer beliebter.

1950–2000: Ambitionen in einem freien Markt

In den 1960er-Jahren durchlebte der Snus zahlreiche Veränderungen. Das Monopol war auf einem immer stärker globalen Markt, wie er sich nun herausbildete, überflüssig geworden. 1961 firmiert das Unternehmen um und heißt fortan „Svenska Tobaks AB“. Es steht nunmehr in einem deregulierten Markt im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Außerdem ändert der Snus mit der Einführung des Portionssnus – teilweise – erneut seine Erscheinungsform.

Schon kurz nach der Auflösung des Tabakmonopols brachte die Svenska Tobaks AB (heute Swedish Match) die runde Dose heraus, die wir heute mit Snus verbinden. Damals hatten die Zigaretten den Snus überholt. Zigaretten waren bereits in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zu einem Statussymbol geworden, ein Zeichen von Jugend und Erfolg, während der Snus in seiner ovalen Pappschachtel als etwas Überholtes angesehen wurde. Mithilfe der runden Dosen wird Snus nun wieder von der breiten Masse akzeptiert, und ganz plötzlich ist die Snus-Dose wieder in der Tasche nicht nur von Arbeitern, sondern auch von Angestellten zu finden. Seine eigene Portion formen zu können, bedarf eines Geschickes, und für alle, die dies nicht gewohnt waren, war es schwierig und wurde auch als unschön angesehen. Dem Snus verhalf die Vorstellung des Portionssnus in den 1970er-Jahren entsprechend zu einem großen Aufschwung. Die erste Marke war Tre Ankare, und diese Marke verstärkte die erneute Verbreitung von Snus noch weiter. In den 1980er-Jahren kam dann Catch heraus, der erste Snus mit Geschmackszusätzen. Nach vielem Hin und Her und zahlreichen Eigentümerwechseln wurde 1994 ein Konzern gebildet, in dem die Produktion sowohl von Tabak als auch von Zündhölzern und Feuerzeugen zusammenkam. Der Zündholzkonzern – Tändsticksbolaget – hieß schon seit längerer Zeit „Swedish Match“, und das englische Wort für Zündholz wurde der Name des ganzen Konzernes. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Staat seine gesamten Aktien im Unternehmen verkauft.

Seit 2000: Mehr als 200 Jahre Handwerkstradition

Das heutige Unternehmen Swedish Match hat wenige Ähnlichkeiten mit dem 1915 geschaffenen Monopol. Kaum Ähnlichkeiten gibt es auch zwischen damals und heute in der Verwendung von Snus. Dennoch haben einige der Snus-Marken des frühen 20. Jahrhunderts bis heute überlebt – und dies in einer Zeit, in der es auf dem skandinavischen Markt immer mehr Snus-Hersteller und -Produkte gibt!

Auf den losen Snus folgte der Portionssnus. Dem Portionssnus wurden dann Geschmackszusätze beigesetzt. Um die Jahrtausendwende herum kam der All White Snus auf den Markt, ein trockenerer Beutel, der weniger rinnt als der gewöhnliche Portionsbeutel. Im Laufe der Jahre verschwanden Marken wie Rallarsnus vom Markt, und es kamen neue Produkte wie Kronan und Kaliber hinzu. Am üblichsten sind aber immer noch Marken, die schon seit mehr als 100 Jahren zur schwedischen Snus-Tradition dazugehören, zum Beispiel Ettan, General und Grov. Heutzutage snusen rund eine Million Menschen in Schweden regelmäßig. Gleichzeitig hat der Snus auch außerhalb der Landesgrenzen mehr Freunde gefunden. In den USA gewinnt schwedischer Snus Marktanteile, und ähnlich ist es auch in Norwegen. Neben Swedish Match gibt es zudem weitere Hersteller, beispielsweise Imperial Tobacco (Skruf) und Gotlandssnus.